Zur Sache mit der Öffnungspolitik - Wie steht's, was geht und was wir machen!

Liebe Mitglieder des ASV,

über den Winter hinweg war an dieser Stelle Sendepause – Lockdown ist halt Lockdown, das brauchten wir niemandem gesondert zu erklären.

Ende vorletzter Woche hat die Bundesregierung nach der Ministerpräsidentenkonferenz weitere Lockerungsregeln bekannt gegeben, welche auch den Sport betrafen. Die ab dem 08.03. geltenden zugehörigen Regeln veröffentlichte das Land NRW am 05.03.2021.
Den Zeitungen konnten vielfach Berichte entnommen werden, dass Vereine die Öffnungsregeln nutzten und den Trainingsbetrieb wieder aufnahmen.

Wir selbst sind in den Tagen nicht untätig gewesen, hatten uns vom Vorstand aber zu einer zurückhaltenden Vorgehensweise entschieden, und das aus guten Gründen:
Zum einen waren die Regelungstexte, insbesondere was das Gruppentraining betraf, mit Inkrafttreten der Öffnungsregeln zum Teil noch unklar. Eine Klarstellung veröffentlichte das Gesundheitsministerium erst am Nachmittag vom 09.03.2021. Erst ab dann war nach unserer Auffassung erst eine sinnvolle Planung möglich, und hier sind wir dann auch in die Beratung mit den Übungsleiterinnen und Übungsleitern eingestiegen. Berücksichtigen muss man dabei auch, dass die Coronaschutz-Verordnung nach dem Datum des Inkraftretens bereits zwei Mal aktualisiert wurde, zuletzt am Freitag.
Im Ergebnis war letzte Woche dann noch nicht alles so klar, wie dies die Überschriften in den Zeitungen und die Kurzmitteilungen vielleicht erwarten lassen.

Konkret haben wir zwei Regelungsbereiche zu händeln:

a) Jugendsport mit Kindern bis einschließlich 14 Jahren

b) Sport für alle Altersgruppen 15+

Die Kinder- und Jugendsportgruppen können ohne Einhalten eines Abstandes mit Größen bis zu 20 Kindern trainieren, dies allerdings kontaktfrei. Viele Gemeinschaftsübungen sind ohne direkten Kontakt praktisch nicht umsetzbar, entfallen damit aus dem Trainingsplan. Eine erhebliche Einschränkung, die gerade in den jungen Altersklassen nach Rücksprache mit den Jugendtrainern schwer bis kaum umsetzbar ist. Bislang wird lediglich eine Gruppe in der kommenden Woche das Training versuchen, hier unter Berücksichtigung des sehr strengen Hygienekonzeptes der JSG Ammeloe-Lünten (feste 2er-Gruppen auch bei Kindern, 5 Meter Abstand zwischen diesen 2er-Gruppen). Die Erkenntnisse werden wir mit den anderen Trainern teilen und weiter beraten.

Für die Altersklassen 15+ gilt „bis 5 Personen aus maximal 2 Haushalten“. Praktisch gesehen sind wir auch hier an die festen 2er-Gruppen mit 5 Meter Mindestab zwischen den Gruppen gebunden.

 

Die Öffnungsregeln selbst sind immer auch gebunden an die Erwartung, dass sich die Infektionswerte stabil im Bereich unter 100 halten. Die weiteren Öffnungsankündigungen sind an die Erwartung gekoppelt, das mit besserer Wetterlage sich der Inzidenzwert stabil unter einem Wert von 50 einpendelt. Und da taucht die nächste Hürde auf.

Im Laufe unserer Beratungen ist der Inzidenzwert im Kreis vom Beginn der Woche mit knapp über 60 auf, Stand heute, 89,1 bzw. 89,4 massiv gestiegen. Der Beginn der angekündigten dritten Welle schlägt somit mitten in die Öffnungspolitik.

Die oben genannten Öffnungsregeln gelten nur für den Fall, dass der Inzidenwert unter 100 bleibt. Angesichts der drastischen Infektionssteigerung im Kreis Borken ist zu erwarten, dass diese Regelungen für uns regional kurzfristig wieder zurückgezogen werden müssen. Und beachtet man die Infektionszahlen in Vreden, sind wir da mindestens mittendrin und nicht eine geschützte Insel für uns.

In dieser Entwicklung muss man auch berücksichtigen, dass mit der Öffnung auch die Wiederaufnahme eines normalisierten Schulbetriebes versucht wird.

 

Zusammengefasst betrachtet:

Öffnungen und eine vorsichtige Wiederaufnahme sind möglich. Die hierfür erforderlichen Hygienekonzepte können auch schnell erstellt und scharf gestellt werden, da haben wir ja reichlich Übung und Vorlagen aus dem Vorjahr. Berücksichtigen muss man dabei aber auch, dass alle unsere letztjährigen Konzepte immer unter dem Vorbehalt der Eigenverantwortung standen. Kurz gesagt: „Jeder entscheidet das für sich“.

Gegenüberstellen muss man dann aber auch, dass mit einer Öffnung unsere Übungsleiter vor erhebliche Herausforderungen gestellt werden und dabei auch für sich ins Eigenrisiko gehen. Nicht nur gesundheitlich, sondern zum Teil auch finanziell, zum Beispiel bei Quarantäne wegen Kontakt im Trainingsbetrieb. Hier gibt es dann kein Krankengeld oder Ähnliches, sondern nur unbezahlten 14-tägigen Urlaub.
Berücksichtigen muss man auch, dass viele Kinder bislang noch nicht gesichert fest zur Schule gehen können und wir vom Vorstand das so einschätzen, dass ein geregelter Schulbetrieb bis zu den Osterferien wegen der massiv steigenden Inzidenzwerte im Kreis nicht gesichert ist. Kurz erwidert:
„Jeder entscheidet für sich, aber niemand trägt die Konsequenz seiner Entscheidung für sich allein.“

 

In der Gesamtüberlegung sind wir vom Vorstand zu dem Schluss gekommen, unseren Trainingsbetrieb noch ruhen zu lassen. Wir werden die Entwicklungen weiter genau verfolgen und auch mit den -ehrenamtlich tätigen- Übungsleiterinnen und Übungsleitern die Lage weiter beraten. Bitte nehmt für den Moment einfach mit:

Wir wollen Sport anbieten und Sport machen, aber nicht um jeden Preis.

 

Solltet ihr selbst noch Fragen haben, stehen wir vom Vorstand und vor allem Matthias Ottink als Hygienebeauftragter euch gern Rede und Antwort.

In diesem Sinne:

Danke für euer Verständnis, eure Geduld und bleibt gesund!

 

Euer Vorstand

Erstellt von M. Ottink am 14.03.2021