Amsterdam WE DID IT!

......es war einmal im Jahre 2014. Im äußersten Westen der deutschen Landkarte gab es ein kleines Fleckchen Erde, quasi "Niemandsland" zwischen zweier sportlich "verfeindeter" Völker, was in der Laufscene völlig bedeutungslos war. ELLEWICK! Who the F... is Ellewick? Ein kleines schnuckeliges Kirchdorf mit seinen knapp 1.500 Schäfchen. Und dann geschah eines Tages Unglaubliches. Als die ersten Sonnenstrahlen lachten, übernahm eine Horde von 60 wildgewordenen "Trampeltieren" das Kommando auf dem Sportgelände des ansässigen Sportvereins. Angeführt von den Alpha-Tieren entwickelte man sich mehr und mehr zu "Rennpferden"! Da war doch was......"Niemandsland" und "völlig bedeutungslos". Aber so langsam wurde man auch in den benachbarten Völkern hellhörig, was denn da wohl gerade in Ellewick abgeht. Die Präsenz bei regionalen und angrenzenden Laufwettkämpfen wurde immer größer. Auf einmal wurde man wahrgenommen. Ja.......man fürchtete sich gar vor dem Stamm der Ellewicker. Ein weiser Lehrtrainer meinte gar, nachdem beim Stadtlohner Citylauf die Staffel des ASV alles gnadenlos versenkt hatte, "Ob Ellewick das neue Leistungszentrum im Laufen sei". Nein! So weit ist man noch lange nicht. Doch der Anfang ist gemacht und die "rote Armada" weitet sich aus. Und es war doch noch was..........jaja, die beiden sportlich verfeindeten Völker! Mittlerweile ist der ASV immer gerngesehener Gast bei den Laufveranstaltungen unserer netten und ja auch gastfreundlichen Nachbarn! Und weil es uns in den Niederlanden sooooo gut gefällt, entschied sich eine 18-köpfige Horde von "Rennpferden" frühzeitig an den Lauffestspielen von Amsterdam teilzunehmen. Nach vielen gemeinsamen Trainingsstunden war es dann am Wochenende endlich soweit. Der "Rennpferdtransporter", welcher souverän von unserem "Kutschmeister" gelenkt wurde, rollte von dem mittlerweile bekannten Ellewick in die niederländische Hauptstadt Amsterdam. Mit an Bord auch ein paar Ellewicker "Ureinwohner", die für prächtige Unterstützung sorgten. Befangen von der wahnsinnigen Athmosphäre die vor Ort herrschte war es schwer die "Heißblüter" im Zaun zu halten. Doch dann ging es los. Ein Schuss und über 35.000 Beine setzten sich in Bewegung, um auf einer Strecke von 21,1km die Innenstadt von Amsterdam zu erkunden. Am Wenigsten gesehen hat wahrscheinlich unser Schnellster. Stefan Temminghoff benötige bei seinem ersten Halbmarathon gerade mal 1:45,34 Stunden. Doch eines muss man sagen. Er und Alex Büger, welcher nur 20 Sekunden (ebenfalls bei seinem Debüt) nach Oppel ins Ziel kam, retteten die Ellewicker Ehre. Denn es gibt da ja so einen, eben aus einem Nachbarvölkchen, wo wir aber froh sind dass er zur "roten Armada" gehört, der auch schnell laufen kann. Unser Jochen Steevens (übrigens auch Debütant). Fünf Sekunden nach Alex kam er über die Ziellinie. Sorry Jochen, aber jetzt haben wir zumindest bis zum nächsten Jahr die Ehre gerettet :-). Schnellste Frau vom ASV war Karin Schlüter. Sie finishte nach 1:47,09 Stunden. Nur kurz hinter ihr liefen Mietze Sahlmer und "Steggert" Johannes Denno in die Olympiaarena von Amsterdam ein. Mietze debütierte in 1:47,26 Stunden, Steggert in 1:48,14 Stunden. Den nächsten Applaus der Ellewicker Fanschar holten sich (natürlich auch erster Halbmarathon) Karin Ross (1:57,36 Stunden) und Gudrun Gewers (1:57,50). Das gesteckte Ziel, die 2-Stunden-Grenze zu unterbieten wurde geschafft. Naja, Karin kostet es nun ne Kiste Bier, aber die wird sie gerne geben....oans, zwoa, drei, gsuffa! "Ballo" Daniel Terwersche, welcher sich kurz vor dem Ziel vorbildlich um den erschöpften Thommy Winkelhaus kümmerte, kam mit 2:04,49 Stunden ins Ziel. Großes DANKESCHÖN an Ballo und KOPF HOCH Thommy. Überglücklich konnte sich das Debütantentrio Susanne Kemper, Gregor Wissing und Stefan Claushues nach 2:05,50 Stunden die wohlverdiente Finishermedaille umhängen lassen. Unser bereits erfahrener "Enatz" Bernd Liesbrock machte den "Hasen" für sein großes Schwesterchen Jutta Tielemann (ach ja, muss man das Wörtchen Debüt noch erwähnen). Gemeinsam streckten sie nach 2:15,08 Stunden die Hände in den Himmel von Amsterdam. Heiko Ross war es schließlich vorbehalten den krönenden Abschluss für die ASVler zu bilden. Noch zu Beginn des Jahres hätte er es bestimmt auch nicht für möglich gehalten 21,1km zu joggen und dabei auch noch Spaß zu haben. Nach genau 2:22,10 Stunden reckte auch er die Faust nach oben. GESCHAFFT! We did it! Nicht vergessen dürfen wir die tolle Leistung von Jenni Bloom beim 8km-Lauf. Nach 47,41 Minuten durfte sie sich im Stadion feiern lassen. Ihr Ziel, unter 6 Minuten pro km zu laufen, hatte sie erreicht. Und dann gab es da auch noch einen "einsamen" Ellewicker Marathoni. Klaus Schlüter lief bei seiner fünften Teilnahme in Serie beim Marathon von Amsterdam eine Zeit von 3:16,39 Stunden. Allen mitgelaufenen Stammesbewohnern von Ellewick konnte man die Freude und Zufriedenheit ansehen und die ein oder andere Medaille hat mit Sicherheit unterm Kopfkissen mitgeschlafen. Und wie war das noch mit "Trampeltieren" und "Rennpferden"? Nach einem solch anstrengenden Tag wird doch, und wenn zumindest nur kurzzeitig, so manches "Rennpferd" wieder zum "Trampeltier"!         

Erstellt von Klaus Schlüter am 21.10.2014